Länger arbeiten, eine höhere Mehrwertsteuer bezahlen und einen tieferen Umwandlungssatz in der Pensionskasse in Kauf nehmen. Wegen Ausländern?

Ausländer würden dazu beitragen, dass es bei der AHV nicht schon lange zum Kollaps gekommen sei, schreiben die Befürworter der Rentenreform gerne. Das ist schlicht falsch. Ich behaupte, genau wegen den Ausländern soll uns diese Reform aufgezwungen werden.

Ausländer, die ein Leben lang in der Schweiz arbeiten und hier Sozialabgaben sowie Steuern bezahlen, sind hier natürlich ausgenommen. Aber seien wir realistisch: Nur etwa die Hälfte der in den letzten zehn Jahren Zugewanderten verschwindet im Arbeitsmarkt. Die anderen gehen auf das Konto von Familiennachzug, der Asylschiene oder sind Sozialmigranten. Viele von ihnen kommen in einem Alter in die Schweiz, in dem sie nur noch ein paar Jahre Zeit hätten, Alterskapital aufzubauen. Das tun sie mangels Arbeit aber nicht. Sind sie dereinst pensioniert, geniessen sie die Vorzüge unserer AHV. Das ist das wahre Problem hinter dem Sozialwerk.

Solange Bundesbern nicht endlich eine ehrliche Gegenüberstellung der Zahlen publiziert, die aufzeigt, wie viele AHV-Beiträge die in den letzten zehn Jahren Eingewanderten (inkl. Asylbewerber) tatsächlich bezahlen und wie viel sie dereinst beziehen, lehne ich jede Rentenreform ab. Denn die Begründung dafür ist unredlich.

von Pascal Jacomet, Luterbach

27.08.2017 | 7733 Aufrufe